1927 - heute
Wie alles begann - Gründerjahre
Seit vielen Jahren schon wurde in den Ortschaften Kranenburg und Donsbrüggen der Fußballsport organisiert betrieben und auch andere Ortschaften machten sich auf, durch die Gründung eigener Vereine sich dieser Bewegung anzuschließen. Auch in Nütterden kamen im Frühjahr des Jahres 1927 interessierte Fußballanhänger auf den Gedanken, einen Verein zu gründen. Die Befragung der jüngeren Männer der Ortschaft ergab, dass großes Interesse vorhanden war. In der Gaststätte Vinck wurde am 27. März 1927 eine Versammlung für alle "fußballbegeisterten Männer" einberufen. Das Grün-dungsprotokoll fasst die Versammlung folgendermaßen zusammen:
"Der provisorische Vorstand unter der Leitung des Herrn Engelbert Kersten eröffnete um 11.00 Uhr morgens die Versammlung. Es hatte sich eine stattliche Anzahl junger Leute zusammengefunden, um auch in Nütterden den Sportgedanken zum Ausdruck zu bringen. Nachdem Herr Kersten eine kleine Ansprache gehalten hatte, wurde es lebendig. Es meldeten sich sofort 33 junge Leute zwecks Eintragung. Nachdem die Namen der einzelnen Leute festgestellt waren, ging man zur Wahl des Vorstandes über. Selbiger wurde einstimmig wir folgt zusammengesetzt:
| 1. Vorsitzender | Engelbert Kersten |
| Schriftführer | Peter Krumm |
| Kassierer | Bernhard Dercks |
| Spielführer und Gerätewart | Johann Derieth |
| 2. Vorsitzender und Obmann | Albert Flintrop |
| Pressewart | Wilhelm Vinck |
| Kassenrevisoren | Johann Vinck und Josef Arntz |
| Platzordner |
Theodor Evers |
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Desweiteren wurde der Verein auf "Adler 1927 Nütterden" getauft mit Anschluß an die "Deutsche Jungend Kraft" (DJK). Als Vereinsfarbe entschied man sich für Schwarz-Weiß mit einem Adler im Wappen." Zum Spielbetrieb angemeldet wurde für die Saison 1927/28 zunächst eine Mannschaft, und zwar in der "Deutschen Jugendkraft" (DJK), die den Sportgedanken in katholischen Vereinen verbreitete. Die Deutsche Jugendkraft organisierte durch Vertrag mit dem Westdeutschen Spielverband (WSV) als regionalen Vertreter des DFB für ihre DJK-Vereine im Bezirk Kleve-Geldern die Meisterschaftsspiele in eigenen Gruppen, die bewusst klein gehalten wurden. Gespielt wurde regional in der "B-Klasse", der "A-Klasse" und der "Gauklasse". Gegner der DJK Adler Nütterden waren in den Jahren der Zugehörigkeit zur Deutschen Jugendkraft u.a. die Vereine DJK "Hermannia" Kellen, DJK "Treudeutsch" Griethausen-Brienen, DJK "Elmar" Donsbrüggen, DJK "Lohengrin" Kleve, DJK "Roland" Kevelaer, DJK "Rheinwacht" Huisberden und "Spiel und Sport Rindern". Die Fußballbegeisterung war jedoch so groß, dass man sich schnell zur Anmeldung einer zweiten Mannschaft |
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Die "wilden" Dreißiger Trotz aller Begeisterung über die sportlichen Erfolge gab es vor dem Entscheidungsspiel schon erste Spannungen und Unstimmigkeiten mit dem DJK-Verband. Diesem behagte der stetige Aufstieg der Adler-Truppe nicht. Sollten namhafte Mannschaften der damaligen Liga etwa bei einem Dorfverein wie Nütterden antreten müssen? Diese Vorstellung fiel den Herren des Verbandes sehr schwer. Zum Glück gab es jedoch auch besonnene Mitglieder, die mit der Auflösung des Vereins nicht einverstanden waren und nach einer anderen Lösung suchten. Wenige Stunden nach der Auflösung wurde eine erneute Versammlung einberufen. Es wurde die Neugründung des Vereins unter dem Namen "SV 1927 Nütterden" beschlossen. Gleichzeitig beschloss die Versammlung die Abmeldung aus der Deutschen-Jugend-Kraft und die Anmeldung im Westdeutschen Fußball Verband (WFV). In der Zeit von 1939 bis 1945 gab es keine Möglichkeit einer sportlichen Betätigung im Verein. Es war Krieg! Im Jahre 1940 trafen die ersten Meldungen über Gefallene in Nütterden ein. In den Folgejahren waren Tieffliegerangriffe am unteren Niederrhein an der Tagesordnung. Diese brachten durch Bombenabwürfe und Bordwaffenbeschuss Tod, Schrecken und Zerstörung ins Land. Der eigentliche Krieg jedoch kam für die Ortschaft Nütterden erst ab dem 17. September 1944, dem Tag der Luftlandung zwischen Groesbeek und Zyfflich. Am 10. Oktober 1944 erhielt Nütterden den Räumungsbefehl. Die Einwohner mussten durch Evakuierung dem Krieg entfliehen und ihre Heimat verlassen. Auch Nütterden wurde, direkt an der B 9 als wichtige Verkehrsader der Alliierten gelegen, plötzlich zum Frontgebiet. Im Frühjahr 1945 wurde Nütterden von den aliierten Truppen überrollt und entkam nur durch Zufall der vollständigen Vernichtung. Nebel verhinderte den Einsatz der Bomber. |
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Schwieriger Neuanfang Das Ende des Krieges war nicht gleichzeitig mit einem Neuanfang auf der Ebene des Sports verbunden. Die Vereine hatten größte Schwierigkeiten, ihren Spielbetrieb wieder in Gang zu bringen. Zunächst hatte die Bevölkerung andere Sorgen, als sich dem Fußballspielen hinzugeben. Der Krieg hatte viel Leid und Not ins Land gebracht. Viele Familien hatten den Verlust von Angehörigen zu beklagen, viele waren obdachlos. Nahrungsmittel und Kleidung waren in den ersten Nachkriegsjahren knapp. Wen wunderte es, dass da die Sorge der Bevölkerung und auch der Vereinsmitglieder und Spieler zunächst ihren Familien und der Bestreitung des Lebensunterhaltes galt. Die Fünfziger -eine Mannschaft wird geformt In den Folgejahren wurden die sportliche Bemühungen unterschiedlich belohnt. Mehrmals stieg man ab und auch wieder auf. An dieser Stelle sein erwähnt, unter welchen schweren Umständen die Spiele durchgeführt wurden. Als Trikots dienten Unterhemden. Zu Auswärtsspielen in der näheren Umgebung gelangten Spieler und Fans mit vollgummibereiften Fahrrädern, später Dank der Vereinsmitglieder Theodor Derks und Theodor Mülder mit einem per Holzvergaser betriebenen Lkw. Es erforderte schon etlichen sportlichen Idealismus, um unter solchen Umständen den geregelten Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Auch in dieser Zeit verfügte der Verein über eine Gesangsgruppe, die zu vereinseigenen Zwecken für Unterhaltung sorgte. Geleitet wurde die Gruppe vom damaligen Lehrer Bungert. Nach dessen Versetzung im Jahre 1953 wurde die Gesangsgruppe aufgelöst. Aber auch sportlich war kein Stillstand zu verzeichnen. Durch eine neue Gruppeneinteilung dazu gezwungen, wieder in der 2. Kreisklasse zu spielen, schaffte die 1. Mannschaft noch in der Saison 1952/53 über ein Entscheidungsspiel in Niedermörmter, welches übrigens 0:0 Unentschieden endete, den Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse. Von nun an ging es stetig bergauf. |
| Die Sechziger -Aufstieg und Fall-
Waren das Zeiten, als sich namhafte Vereine in Nütterden zur Bezirksliga-Meisterschaftsspielen vorstellen durften. Gerne erinnert man sich in Nütterden an die Zugehörigkeit an diese Spielklasse zurück. Der Zuschauerzuspruch war immens. Es wurde hervorragender Sport geboten. Die Zugehörigkeit zur Bezirksliga in den Sechzigern gehört sicherlich sportlich gesehen zur Glanzzeit des Vereins. Beendet wurde diese sportliche Glanzzeit Nütterdener Vereinsgeschichte durch die wohl tiefste Vereinskrise, die der Verein je erleben musste. In einem Meisterschaftsspiel der 1. Mannschaft gegen den SV 06 Donsbrüggen ereignete sich am 6.3.1966 ein tragischer Unfall, bei dem sich der Spieler Johann Boskamp schwere Kopfverletzungen zuzog, an denen er am 31.5.1966 verstarb. Der Verein fiel in ein tiefes Loch. Wie sinnlos schien doch plötzlich alles zu sein, was mit dem Verein und dem Fußball zu tun hatte angesichts der Auswirkungen, die dieses tragische Ereignis auf den Betroffenen, seine Angehörigen und alle Beteiligten hatte. Die Siebziger -Wiederauferstehung und ein Platzhaus- Durch erhebliche Verstärkung aus der eigenen Jugend gelang beiden Seniorenmannschaften in der Saison 1971/72 der Aufstieg. Der SV Nütterden hatte sein Tief überwunden und durch die hervorragende Jugendarbeit mit eigenen Spielern zu alter Spielstärke zurückgefunden. Die Achziger -sportlich stark und endlich ein Rasenplatz Eine sehr erfreuliche Tendenz machte sich Ende der Siebziger bemerkbar: immer mehr Seniorenspieler. In der Saison 1981/82 war der SV Nütterden in der Lage, drei Seniorenmannschaften zu melden. Sportlich ging es nun beachtlich bergauf. Zunächst schaffte die 2. Mannschaft souverän den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. In der Saison 1982/83 gelang dann der 1. Mannschaft unter Trainer Ernst Spettmann der Aufstieg in die Bezirksklasse. Erinnerungen an alte Zeiten wurden wach, in denen den Zuschauern toller Fußballsport geboten wurde. Neben der Meisterschaft in der Gruppe Nord errang die 1. Mannschaft in dieser Saison auch die Kreismeisterschaft in einem Entscheidungsspiel gegen den Meister der Gruppe Süd, Concordia Goch. Der SV Nütterden stellte im Fußballkreis wieder eine Größe dar. Begleitet wurde dieser Erfolg von einem besonders erfreulichen Abschneiden der 2. Mannschaft in der 2. Kreisklasse. Leider konnte sich die 1. Mannschaft nicht in der Bezirksklasse halten. Mit zum Teil beeindruckenden Spielen wusste die Mannschaft das heimische Publikum zu begeistern. Letztendlich reichte es jedoch nicht zum Klassenerhalt in der Bezirksliga. Hier muss aber auch erwähnt werden, dass neben sportlichen Gründen auch mangelndes Glück beim Abstieg eine Rolle spielte. Im Jahre 1988 bekam der SV Nütterden endlich den lange ersehnten Rasenplatz. Wer einmal auf Asche gespielt hat, der weiß die Vorzüge eines Rasenplatzes zu schätzen. Der Verfasser dieses Textes weiß, wovon er spricht. Leider war die Errichtung eines zweiten Platzes direkt am Platzhaus am Haferkamp nicht möglich. Lange hatte der Verein dafür gekämpft, aber es gab keine Genehmigung von der Bezirksregierung. So entschieden sich die Mitglieder des Vereins in Ermangelung eines zentral gelegenen Grundstückes, hinter der St. Georg-Grundschule im Binnenfeld den Rasenplatz zu errichten. Dies hatte den Nachteil, dass beide Plätze weit auseinanderlagen und man vom Platzhaus aus sogar die B 9 überqueren musste. Allerdings hatte man dort den Vorteil, dass der Verein auch die Umkleidekabinen der Turnhalle nutzen konnte. |
Die Neunziger -der Rückfall ins sportliche Mittelmaß
Von nun an ging es nicht mehr um die vordersten Tabellenpositionen. Zwar konnte der SV sich zu Beginn der Neunziger noch im oberen Tabellendrittel aufhalten. Immer mehr musste man sich danach aber Richtung Tabellenende orientieren. Im Jahre 1997, ein Jahr vor der Einführung der eingleisigen Kreisliga A, stieg der SV Nütterden wieder in die Kreisliga B ab. Im darauffolgenden Jahr schaffte der Verein unter Trainer Dieter Welbers fast den Wiederaufstieg. Die Einführung der eingleisigen Kreisliga A verhinderte dies. Seither bemüht sich der Verein darum, wieder dorthin aufzusteigen. Momentan ist man davon aber noch weit entfernt.
Zuversichtlich stimmt, dass in den kommenden Jahren einige talentierte Jugendliche zu den Senioren stoßen werden. Ihnen werden die Bemühungen des Vereins gelten.
Alte Herren
Manche behaupten, erst ab hier würde ernsthaft gefußballt werden. Die Altherren nehmen ihre Sache wirklich ernst, das stimmt. Schließlich kennen sie etwas vom Fußballspielen.
Seit wann es die Altherrenmannschaft im SV Nütterden gibt, lässt sich anhand der zur Verfügung stehenden Unterlagen leider nicht nachvollziehen. Aber es gibt sie schon sehr lange, denn als sogenanntes Auffangbecken für die ehemaligen Aktiven erfüllen sie eine wichtige Funktion. Dass die Altherrenspieler aber letztendlich doch nicht alles so ernst nehmen mit ihrem Sport, beweisen die vielen regelmäßig durchgeführten Aktivitäten. Da gibt es Wantertage und Sechstagerennen und Mehrtagesfahrten und, und, und. Geselligkeit wird also groß geschrieben in der Altherrenabteilung. Und dennoch. Der Sport wird doch irgendwie ernst genommen. Das ist auch daran erkennbar, dass man einmal wöchentlich trainiert.
Der SV Nütterden verfügt über einen Aschenplatz samt Platzhaus am Haferkamp und einen Rasenplatz hinter der St. Georg-Grundschule. Das war nicht immer so.
Begonnen hat der Verein auf einem Platz, den der Vereinswirt Wilhelm Vinck zur Verfügung stellte, direkt an der B 9 gelegen, gegenüber von Theodor Coenen. Hier wurden die Heimspiele bis zum Kriegsbeginn 1939 ausgetragen. Das Spielfeld wurde fortan von der Wehrmacht zu Kriegszwecken genutzt, der Spielbetrieb eingestellt.
Nach dem Krieg gelang es dem Verein, ein Spielfeld neben der Gastwirtschaft Kersten herzurichten, ebenfalls direkt an der B 9 gelegen. Als Umkleidegelegenheit dienten dafür hergerichtet Räumlichkeiten im hinteren Bereich des Hauses Kersten und in der Schule.
Erst im Jahre 1967 gelang es dem SV, den Aschenplatz am Haferkamp zu errichten. In Erinnerung an den verunglückten Aktiven wurde dieses Spielfeld "Johann Boskamp-Sportstätte" getauft. Doch mit nur einem Aschenplatz war man nicht gerade glücklich. Jeder Fußballer weiß die Vorzüge eines Rasenplatzes zu schätzen und daher keimte auch im SV Nütterden immer die Hoffnung auf ein solches Spielfeld. Doch die Errichtung eines Rasenplatzes war mit großen Schwierigkeiten verbunden. An eine Errichtung direkt neben den vorhandenen Sportstätten war nicht zu denken. Im Jahre 1988 wurde dann nach langen Jahren eifriger Bemühungen ein Rasenplatz hinter der St. Georg-Schule eingeweiht. Für den Verein stellte das ein Problem dar aufgrund der räumlichen Entfernung zwischen Platz und Platzhaus. Aber man war in der Lage, die Umkleidemöglichkeiten der Schule zu nutzen und so entschloss man sich, trotz aller Widrigkeiten den Platz dort zu errichten.
Das Platzhaus wurde im Jubiläumsjahr 2002 renoviert und grosszügig ausgebaut. Das neue zeitgemäße und attraktives Gebäude wurde im Jahr 2003 feierlich eingeweiht. Grossen Anteil an der Umsetzung dieses Bauvorhabens hatte, der im September 2006 plötzlich und unerwartet verstorbene Sportkamerad, Günter Berns.
Der SV Nütterden heute
Der SV 1927 Nütterden e.V. zählt aktuell mehr als 500 Mitglieder. Geleitet wird der über 80 Lenze zählende Verein vom 1. Vorsitzenden Ewald Gertzen und einem sehr aktiven geschäftsführenden Vorstand. Das Vereinsleben des SV Nütterden wird sportlich noch weitestgehend vom Fußball bestimmt. Ergänzt wird das Angebotsspektrum durch eine Gymnastik- und Wanderabteilung. Weitere sportliche Angebote sollen folgen. Eine Vielzahl von ausgebildeten Übungsleitern leisten im Schüler- und Jugendbereich hervorragende Basisarbeit. Über 200 Kindern und Jugendlichen wird mit hohem persönlichem Engagement ein super Freizeitangebot geboten, das weit über den reinen Fußball hinausgeht. Auch im Erwachsenenbereich bietet der SVN ein Angebot für jeden, der sich aktiv dem Fussball widmen möchte. Drei Seniorenmannschaften sowie eine sehr aktive Alt-Herren Mannschaft vertreten den SVN Woche für Woche auf den Fussballplätzen in der Region. Der SVN lädt alle Interessenten, ob aktiv in einer Mannschaft oder als Fan, Ehrenamtler etc. ein, sich dem Verein als Mitglied anzuschließen.
Erfolgsjahre 2009/ 2010
Nachdem im Jahr 2009 mit der B- und A-Jugend unter Trainer Heinz Onstein (B 1) und Joachim Böhmer (A1) die Meistertitel eingefahren wurden, konnte im Jahr 2010 mit der Doppelmeisterschaft der 1. und 2. Mannschaft unter Trainer Markus Hierling und Michael Umbach abermals Vereinsgeschichte geschrieben werden. So stieg die 1. Mannschaft in die A Kreisliga, die Reserve in die B Kreisliga auf. Zudem schaffte die A-Jugend sensationell unter Trainer Joachim Böhmer den Klassenerhalt in der Leistungsklasse.








